Die provenzalische Gärtnerei
In allen Regionen wird zur Weihnachtszeit eine Krippe aufgebaut, diese Darstellung der Geburt Christi, in die das Jesuskind in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember hineingelegt wird.
Dies gibt es in allen Regionen, doch in der Provence ist diese Tradition stärker ausgeprägt als anderswo; die Krippenszene beschränkt sich nicht auf diese einfache Darstellung, sondern geht darüber hinaus und wird zu einer Art Theater vergangener Zeiten mit bestimmten Figuren, den kleinen Handwerken von einst, kurzum, für die ältere Generation ein Stück Nostalgie und für die jüngere Generation eine Gelegenheit, ihre Wurzeln besser kennenzulernen.
Die Ursprünge der Weihnachtskrippe reichen weit zurück; man muss auf den Heiligen Franz von Assisi und die neapolitanischen Krippen zurückblicken. In der Provence wurzelt die Tradition, wie wir sie heute kennen, in der Französischen Revolution von 1789. Damals waren alle Glaubensbekundungen verboten. Während der Weihnachtszeit begannen fromme Provenzalen im Stillen ihrer Häuser, Krippenszenen zu gestalten, um Kindern das Wunder des Glaubens zu erklären. Später fügten Santon-Hersteller diesen Krippen Figuren hinzu, und so entstand die Tradition.

Dann kamen die „Pastorales“, Aufführungen, die wir heute vielleicht als „Musicals“ bezeichnen würden. Das bekannteste ist das Maurel-Pastoral, das im Winter in Dörfern aufgeführt wurde. In der Krippenszene finden wir „lou ravi“ (den Einfaltspinsel), den „boumian“ (den Zigeuner), den Blinden und seinen Sohn, die Hirten, den Messerschleifer, den Müller und die beiden etwas exzentrischen Tagelöhner Jiget und Pistachié…
Ein kleiner Tipp: Für eine authentische provenzalische Krippe müssen alle Figuren in dieselbe Richtung und in einer Prozession nach „Bétélem“ gehen, diesem magischen Ort in der Provence, wo das Kind geboren wurde…

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